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Grippeschutzimpfung – ein sinnvoller Piekser?

Die Zahl der Grippeschutzimpfungen nimmt von Jahr zu Jahr zu, die Hersteller verdienen gut daran. Aber nutzt die Impfung auch dem Patienten? Wie ernst sind die Impffolgen und gibt es andere Vorbeugemaßnahmen?

Die echte Virusgrippe: Influenza

 


Zuerst einmal muss man wissen, von was wir reden: Geimpft wird gegen die echte Virus Grippe, die Influenza. Nicht zu verwechseln ist sie mit der umgangssprachlich als “Grippe” bezeichneten Erkältung (also dem grippalen Infekt). Auch dieser wird durch Viren hervorgerufen, ist aber viel harmloser und bedarf sicher keiner Impfung.

 

Die Impfung – grundsätzliches zur Grippeimpfung

 

Die Grippeimpfung erfolgt immer als passive Impfung, das heißt dem Körper werden Viren oder dessen Bestandteile zugeführt, der auf den Impfstoff reagiert und spezifische Antikörper gegen den Virus bildet. Kommt es dann zur Infektion kennt das Immunsystem den Erreger und kann ihn so ausschalten, bevor er den Körper infiziert.
Gewonnen wird der Impfstoff, in dem ein Virenstamm in spezielle, keimarme Hühnereier eingebracht wird. Dort vermehrt sich das Virus. Mit speziellen Verfahren wird dann der Virus aus den Eiern isoliert und aufbereitet. Auch hier gibt es wieder verschiedene Möglichkeiten:
Zum einen gibt es Totimpfstoffe, dabei wird der Virus durch Chemikalien inaktiviert oder gleich ganz zerschnitten. Übrig bleiben  die Oberflächenmerkmale der Virushülle, die dann als Impfstoff dienen.
Die andere Variante ist der Lebendimpfstoff: hierbei werden die Viren vor dem Bebrüten im Ei genetisch abgeschwächt. Die entnommenen Viren werden so wie sind dem Patienten verabreicht. Der Lebendimpfstoff gilt als etwas riskanter (immerhin können die Viren sich noch vermehren), hat aber auch die stärke Wirkung. Der normale, saisonale Wirkstoff ist ein Totimpfstoff mit 3 Virenstämmen.
Ein weiteres Problem bei der Grippeimpfung ist die hohe Anpassungsfähigkeit des Grippeerregers (man spricht auch von genetischer Drift).  Die Folge ist, dass der Impfstoff in jeder Grippesaison neu angepasst werden muss. Dazu wertet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Viren der letzten Saison aus und sagt aus diesen Daten die wahrscheinlichsten Virenarten für die nächste Saison voraus. Dies ist natürlich mit einer gewissen Unsicherheit behaftet, den richtigen Erregerstamm zu treffen. Geimpft werden muss ja schließlich ca. 4 Wochen bevor der Patient mit dem Influenza-Virus in Kontakt kommt, nur dann kann die Impfung wirken. Ein Nachproduzieren von Impfstoff für einen neuen Erreger dauert in der Regel 6-8 Wochen (wie letztes Jahr bei der Schweinegrippe geschehen).

 

Für wen ist die Impfung sinnvoll?

 

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut empfiehlt die Impfung folgenden Personengruppen:

  • alle Personen, die 60 Jahre oder älter sind
  • Schwangere ab dem 2. Trimenon (2. 3 Monatsperiode), bei Vorerkrankungen auch früher
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit gesundheitlicher Beeinträchtigung wie
    - chronische Atemwegserkrankungen (z.B. Asthma)
    - Herz- / Kreislauferkrankungen, Leber- und Nierenerkrankungen
    - Diabetes und andere Stoffwechselerkrankungen
    - chronische Neurologische Erkrankungen (wie Multiple Sklerose)
    - Patienten mit angeborener oder erworbener Immunschwäche, HIV-positive und Erkrankte
    - Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
    - Risikogruppen (wie Ärzte, Lehrer oder andere Personen mit großem Publikumskontakt)
    - Reisende
    - Peronen mit Geflügelkontakt (Landwirte…)

(Quelle: Epidemiologisches Bulletin, Robert-Koch-Institut Ausgabe Nr. 30 Stand: Juli 2010)

 

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker?

 

Hier beginnen für mich die Probleme mit der Impfung: bei der Aufklärung! Umfragen bei meinen Patienten haben ein Bild ergeben, dass nicht gerade einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Impfstoff durch die Ärzte darstellt: Die geimpften Patienten werden in der Regel nur an die Notwendigkeit der Impfung erinnert, eine Aufklärung über Nebenwirkungen oder eine Nachfrage nach dem Gesundheitszustand erfolgt in der Regel nicht. Dabei ist die Impfung laut Beipackzettel “bei Fieberhaften Erkrankungen und akuten Infekten zu verschieben”. Oft wird die Impfung auch nur vom Praxispersonal durchgeführt, ein Kontakt mit dem Arzt fand in diesen Fällen gar nicht statt. Selbstverständlich ist dies keine repräsentative Umfrage, aber für mich doch erschreckend. Auch werden auftretende Nebenwirkungen (von denen sicher die meisten harmlos sind), von den Ärzten fast in allen Fällen abgetan (das kann nicht von der Impfung kommen.). Auch über das Präparat selbst wird dem Patienten nichts in die Hand gegeben, ein Eintrag ins Impfbuch erfolgt bei der Grippe nicht. Dem entgegen stehen eigentlich die Pflichten des Arztes, ebenfalls im Bulletin der Stiko (Nr. 30, Stand Juli 2010) festgehalten:

Die Impfleistung des Arztes umfasst neben der Impfung:
- Informationen über den Nutzen der Impfung und die zu verhütende Krankheit,
- Hinweise auf mögliche unerwünschte Arzneimittelwirkungen und Komplikationen,
- Erheben der Anamnese und der Impfanamnese einschließlich der Befragung über das Vorliegen möglicher Kontraindikationen,
- Feststellen der aktuellen Befindlichkeit zum Ausschluss akuter Erkrankungen,
- Empfehlungen über Verhaltensmaßnahmen im Anschluss an die Impfung,
- Aufklärung über Beginn und Dauer der Schutzwirkung,
- Hinweise zu Auffrischimpfungen,
- Dokumentation der Impfung im Impfausweis bzw. Ausstellen einer Impfbescheinigung

Hier muss sich dringend etwas ändern, den Impfungen sind nicht per se harmlos, nur weil sie so viele Patienten bekommen! Als Patient kann ich Ihnen nur empfehlen, fragen Sie nach!

 

Probleme mit der Impfung – Nebenwirkungen

 

Jedes Arzneimittel hat Nebenwirkungen, auch eine Impfung. Man muss also Risiko und Nutzen gut abwägen, zumal man ja bei einer Impfung einen gesunden Menschen mit einem Arzneimittel in Kontakt bringt, das ihn schützen soll. Um diese Abwägung treffen zu können, sollte man über die Nebenwirkungen Bescheid wissen.
Schulmedizinisch bekannt (laut Beipackzettel Begrivac 2010/2011):
häufig (also öfter als 1 mal pro 100 Patienten)

  •  Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Gelenkschmerzen, Schwitzen, Fieber, Unwohlsein, Schüttelfrost und Müdigkeit
  • am Einstichort: Rötung, Schwellung, Juckreiz, Schmerzen, Verhärtung
  • diese grippeähnlichen Symptome verschwinden meist nach wenigen Tagen

nach der Zulassung Bekanntgewordene Nebenwirkungen:

  •  vorübergehende Veränderungen der weißen Blutkörperchen (Immunzellen)
  • allergische Reaktionen, in seltenen Fällen bis hin zum Schock (dies kann selbstverständlich bei jedem Medikament passieren!)
  • Neuralgien, Parästhesien (Kribbeln, Jucken…) Fieberkrämpfe, weitere schwere Neurologische Symptome
  • Gefäßentzündungen, auch mit Nierenbeteiligungen
Problematisch ist auch die jährliche Änderung des Impfstoffes, der natürlich klassische klinische Studien (die ja mehrere Jahre dauern können) unmöglich macht. Daher werden jährlich nur kurze unkontrollierte Studien zur Sicherheitseinschätzung gemacht (Quelle: Beipackzettel Begrivac 2010/2011). Hierzu werden zumindest 50 Erwachsene und mindestens 50 Personen über 60 Jahre geimpft und die Sicherheit anhand auftretender Reaktionen innerhalb der ersten 3 Tage beurteilt. Dies ist erstens eine sehr kleine Gruppe an Patienten, es fehlt jegliche Kontrollgruppe und Langzeitfolgen sind so nicht erfassbar. Eine Sicherheitsüberwachung bei Kindern erfolgt nicht! Dies erklärt eventuell auch das Auftreten von Narkolepsiefällen (einer neurologischen Erkrankung) infolge der Impfung mit dem Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix aber auch als Verdacht beim saisonalen Impfstoff aus dem Jahr 2010/2011 (siehe UAB-Datenbank des Paul-Ehrlich-Instituts).

 

Ist die Grippeimpfung wirklich wirksam?

 

Das ist eine spannende Frage, zumal die meisten Studien zu dem Thema von der Pharmaindustrie selbst durchgeführt oder zumindest finanziell gefördert werden. Gewisse Zweifel sind aber wohl angebracht und bedürfen dringend der Klärung. So hat eine Studie der Cochrane-Collaboration in Rom (Abstrakt bei PubMed, nur Englisch) folgende Ergebnisse zu Tage gebracht: Die Impfung bringt zwar eine leichte Reduktion an Symptomen und der Zahl der Krankheitstage, sie zeigt aber keinerlei Einfluss auf Komplikationen (die die Grippe ja so gefährlich machen), wie Lungenentzündung und Infektiosität.
Eine weitere Studie des National Institute of Allergy and Infectious Diseases, National Institutes of Health, Bethesda, USA (Abstrakt bei PubMed, in Englisch) kommt zu dem Schluss, dass zwar seit 1968 bis 1980 die Zahl der Grippe-Toten signifikant zurückgegangen ist, seit dem aber trotz zunehmender Durchimpfung der Bevölkerung nicht weiter abnimmt. Die Wissenschaftler schlussfolgern daraus, dass der Rückgang bis 1980 auf die erworbene Immunität nach der großen Grippeepidemie von 1968 zurückgeht und nicht auf die Impfung. Sie sehen die Wirkung der Impfung als “massiv überbewertet” an.

 

Impfung und Naturheilkunde

 

Auch die Naturheilkunde sieht die Impfungen generell kritisch und viele Kollegen lehnen die Impfung grundsätzlich ab. Dahinter stecken zwar oft keine klinischen Studien, sondern einfach die Erfahrung mit geimpften Patienten über lange Jahre hinweg. So können Impfungen der Erfahrung nach andere (bereits vorhandene) Störungen auslösen oder deren Therapie massiv blockieren. Dies entspricht auch meiner Erfahrung, daher ist mir ein aufgeklärter und kritischer Umgang mit Impfungen wichtig. Dabei steigt das Risiko von unerwünschten Impfreaktionen bei Vorerkrankungen, besonders bei beginnenden grippalen Infekten und anderer infektiöser Atemwegserkrankungen deutlich an.

 

Ein Fazit und meine Empfehlung

 

Persönlich werde ich mich nicht gegen die saisonale Grippe impfen lassen, obwohl ich nach Stiko-Empfehlung zum Risikopersonal gehöre. Für mich überwiegen die Risiken den Nutzen bei dieser Impfung. So ist auch meine vorsichtige Empfehlung: gesunde Erwachsene und Kinder benötigen in der Regel keine Impfung. Auch bei rüstigen, gesunden, im eigenen Haushalt lebende Rentner halte ich es für durchaus vertretbar, auf die Impfung zu verzichten. Sinnvoll ist sie sicherlich in Alten- und Pflegeheimen, hier kann eine Grippewelle sonst böse Folgen haben. Alle andere Empfehlungen der Stiko, also chronisch Kranke, Schwangere usw. bedürfen einer differenzierten Betrachtung durch den behandelnden Arzt und einer kritischen Bewertung durch den Patienten.
Wie gesagt, dies ist meine persönliche Meinung und soll nur eine Anregung zum Nachdenken sein. Letzt endlich kann ich nur eines  raten: informieren Sie sich im Internet, fragen Sie Ihren Arzt und gehen Sie kritisch mit den Informationen um, nur so können Sie eine für sich sinnvolle Entscheidung treffen.

 

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