NUX VOMICA

Der Naturheilkunde-Blog rund um alternative Medizin, Akupunktur & Co.

Die Naturheilkunde als “Alternative” zur Schulmedizin

Ein Arzt untersucht, stellt Diagnosen, kümmert sich um kranke Menschen und stellt Rezepte aus. All diese genannten Tätigkeiten macht auch ein Heilpraktiker. Wo liegt nun der Unterschied zwischen der „Schulmedizin“ und der „natürlichen Medizin“?

Wenn Frau oder Mann sich mit dem Thema Naturheilkunde beschäftigt hat, wird er oder auch sie sicherlich schon bemerkt haben, dass es ein sehr weites Feld ist. Die Naturheilkunde bietet die verschiedensten Therapieverfahren an, um eine Krankheit zu behandeln. Dies unterscheidet sie nicht von der Allgemeinmedizin. Ein entscheidender Unterschied besteht in der Ansicht über den Menschen. Ein guter Therapeut, der Naturheilkunde anbietet, sieht den Menschen als eine Einheit: Körper, Geist und Seele. Das bedeutet der oder die Behandler/in bezieht in sein Therapiekonzept von Anfang an den gesamten Patienten mit all seinen drei unzertrennlichen Einheiten mit ein. Die klassische Schulmedizin dagegen sieht nur die Krankheit mit ihren Symptomen, die es zu behandeln gilt.

Die klassische Naturheilkunde sieht schon seit Jahrhunderten den Menschen als Ganzes. Dies ist einer der großen Vorteile der Naturheilkunde. Sie sucht die Ursachen hinter der Erkrankung und behält dabei soweit wie möglich den Überblick über das ganze Geschehen: von der familiären Vorgeschichte, der Krankengeschichte, einer genauen körperlichen Untersuchung (in die selbstverständlich auch schulmedizinische Befunde einfließen), naturheilkundliche Hinweisdiagnostik (Verfahren wie Augendiagnose, Harnschau, Dunkelfeldmikroskopie, Pulsdiagnose, Elektroakupunktur, Kinesiologie, usw.) bis hin zum sozialen und psychischen Umfeld des Patienten. Das alles ergibt ein ganzheitliches Bild, aus dem sich für die Naturheilkunde dann die Behandlung ergibt.

Rein theoretisch arbeitet auch ein Schulmediziner nach diesen Prinzipien. Die Realität aber sieht anders aus: Durch Fallpauschalen, finanziellen Druck von Krankenkassen und der Menge an Patienten, die im 3 Minuten-Takt durchgeschleust werden, ist gar nicht die Zeit, mit dem Patienten zu reden und Hintergründe zu erforschen. Die vorliegende Krankheit muss schnell und effizient behandelt werden, Ursachen interessieren hier nur am Rande. Andererseits hat auch die Schulmedizin Vieles erreicht, kann mit ihren chemischen Präparaten und der Apparatemedizin heute Menschenleben retten, wo es noch vor 10 Jahren keine Überlebenschance gab.

Hier zeigt sich der Unterschied und eine Chance zur Zusammenarbeit: Die Naturheilkunde beginnt dort zu arbeiten, wo der Arzt in der Regel aufhört oder nicht weiterkommt. Auch in der Prophylaxe und Früherkennung kann die Naturheilkunde mit ihrem reichen Schatz an Erfahrungen vieles leisten, ebenso bei chronischen Krankheiten. So ist die Naturheilkunde nicht nur eine Alternative zur Schulmedizin, eigentlich ist sie ein Baustein, um Menschen gesund zu machen. Eine Hand in Hand greifende Behandlung von Heilpraktiker und Arzt, wenn beide Seiten ihre Vorurteile und Abneigungen vergessen, ist der optimale Weg hin zu einer wirklich modernen Medizin für das 21. Jahrhundert!


HP Judith Beyer, Reutlingen und HP Stefan Grießinger, Landsberg

Keine Angst vorm Alkohol

oder warum ihr Kind von homöopathischen Mitteln nicht betrunken wird

Alkoholische Mischungen sind in der Komplex-Homöopathie und noch mehr in der Pflanzenheilkunde unverzichtbar, denn nicht jedes Mittel ist auch in Tabletten- oder Globuli-Form zu erhalten. Doch viele Eltern haben Angst vor dem hohen Alkoholgehalt (20-60% Vol.), denn die Kinder könnten frühzeitig auf den Geschmack kommen oder gar Schäden davon tragen. Ist diese Angst berechtigt?

Warum überhaupt Alkohol, kann man da nicht auch Wasser nehmen?

Die wichtigen Pflanzenstoffe, die die Wirkung des Arzneimittels ausmachen, sind nicht alle wasserlöslich, viele können nur durch Alkohol überhaupt aus der Pflanze gelöst werden und in Lösung gehalten werden. Er hilft auch bei der Aufnahme des Wirkstoffes über die Schleimhaut und schlussendlich macht er das Mittel haltbar.

Wie viel Alkohol nimmt man mit homöopathischen Arzneimitteln auf?

Die Menge ist nicht immer gleich, da die alkoholische Mischung zwischen 12% und über 50% Alkoholgehalt schwankt, je nach Mittel und Hersteller. Für unser Beispiel nehmen wir zwei in meiner Praxis häufig verwendete Mittel:

metavirulent N Tropfen (Immunsteigerung, Grippeprophylaxe)
mit 37 % Alkohol
Standartdosierung für Kinder: 3x tgl. 10 Tropfen
Ungefähr 20 Tropfen ergeben bei den Standartfläschchen 1 ml Flüssigkeit, das Kind nimmt also über den Tag verteilt 1,5 ml zu sich. Der Alkoholgehalt beträgt 37%, die Gesamtmenge Alkohol liegt also bei 0,55 ml oder 0,43 g. Zum Vergleich: 1 Glas Apfelsaft kann schon bis zu 1g Alkohol enthalten, also mehr als das doppelte!

Solunat Nr. 2 (Verdaungssystem) mit 50,1 % Alkoholgehalt
Standartdosierung 3x tgl. 5 Tropfen
Hier beträgt die Menge an Flüssigkeit 0,75 ml, die enthaltene Alkoholmenge wären dann 0,375 ml oder 0,29 g. Das ist noch weniger als beim ersten Beispiel!

Fazit:

Wir nehmen täglich Alkohol zu uns, auch wenn wir nichts trinken, versteckter Alkohol lauert in überreifem Obst, Fruchtsäften und Schokolade, er bildet sich, wenn wir Blähungen haben und durch Stoffwechselprozesse in unserem Körper. Dies ist nicht nur nicht zu verhindern, es ist vollkommen normal und unser Körper hat Mechanismen, diese Alkoholmengen gefahrlos und ohne Nebenwirkungen aus dem Körper wieder zu entfernen. Daher ist es völlig ungefährlich für Kinder, auch über längeren Zeitraum hinweg homöopathische Tropfen oder pflanzliche Tinkturen zu sich zu nehmen, solange die normalen Dosierungen eingehalten werden. Nur trockene Alkoholiker müssen sich davor hüten, für sie kann im Extremfall schon ein Tropfen einen Rückfall heraufbeschwören!

Und für die ganz Vorsichtigen habe ich auch noch einen Tipp, wie sie den Alkohol aus den Tropfen herausbekommen: Tropfen Sie die nötige Dosis einfach in siedenden Tee (ca. 60°C, bitte nicht heißer) und lassen Sie das Kind den Tee trinken, sobald er trinkwarm ist. Durch die Wärme verdampft der Alkohol bis das Getränk zu sich genommen wird.  

Willkommen beim Naturheilkunde-Blog!

Schön dass Sie meinen kleinen Blog über Naturheilkunde gefunden haben! Hier werden Sie in Zukunft immer wieder Interressantes zum Thema Naturheilkunde, Akupunktur, manuelle Therapien, allgemein zur Medizin und ab und zu, in der Spezialrubrik “Funpraktiker” auch Amüsantes und Witziges zum Thema Medizin finden!

Wenn Sie Anregungen, Fragen zu einem bestimmten Thema haben, oder selbst Inhalte für den Blog haben, dann schreiben Sie mir einfach, ich werde es dann gerne hier veröffentlichen!

Ihr NatPrax

…and may there ever be starlight at your path!

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